Sonnenstrahl
27.08.2005, 16:25
Liebe Rosita,
danke für Deine lieben Worte.
Weißt Du, ich habe inzwischen alles versucht. Ich habe stille gehalten, habe gehofft, dass SEINE Versprechen in Erfüllung gehen, habe gelernt, dass ich geduldiger sein muss, dass nicht alles von heute auf morgen geschieht, aber jetzt bin ich an einem Punkt angekommen, da zerbricht alles. Ich habe das Gefühl, dass ich mir nur was vormache und ich will einfach nicht mehr, mir ist es inzwischen egal, was passiert, denn was ich tue ist umsonst.
Du wolltest wissen, um welche Probleme es geht? Kann ich Dir sagen, denn ich bin ja die Schuldige in diesem Theaterstück: Meine Kinder haben durch die Trennung ihren Vater verloren, ich bin finanziell ruiniert und meine Familie will mit mir nichts mehr zu tun haben.
Meine Frage ist jetzt: WARUM LEBE ICH NOCH????
Liebe Topi,
was du gerade durch machst, kann ich mehr als gut verstehen. Es ist dieses Ding mit der Schuld. Und ich kann dir sagen, dass ich das sehr sehr gut kenne. Ich will dir das erklären. Meine erste Ehe ist vor einigen Jahren geschieden worden, mein Sohn, der damals 16 Jahre alt war, blieb bei seinem Vater, meine Tochter kam mit zu mir. O. hat es für sich so entschieden, er wollte es so. Unsere Familie ist auseinander gebrochen, weil ich gegangen bin. Und ich weiß, dass meine beiden Kinder sehr darunter gelitten haben. Für alles das, habe ich mir die Schuld gegeben, und ich habe mich viele viele Jahre damit herum geplagt, habe mich selbst immer wieder aufgegeben und trotzdem gelitten wie ein Hund.
Ich war schon in meiner neuen Beziehung, und trotzdem ließ mich dieses Schuldgefühl nicht los. Immer wieder stand ich vor dieser Wand, wie du es ausgedrückt hat, immer wieder stand ich im Dunkeln und wußte gar nicht, warum es mir so schlecht geht. Für alles habe ich mich verantwortlich gemacht, für den Weg, den mein Sohn eingeschlagen hat, dafür, dass meine Tochter unter meinem neuen Mann gelitten hat, weil er sehr dominant war. Immer wieder habe ich mich gefragt, ob ich mich von ihm trennen muss, ob das meine Pflicht ist, meiner Tochter und auch meinem Sohn gegenüber, denn ihn bekam ich kaum noch zu Gesicht, und ich glaube, dass auch er mit meinem neuen Mann nicht ganz zurecht kam.
Und weißt du was, ich glaube, ich bin jetzt endlich da durch. Und ich habe eines fest gestellt, wenn ich mir nicht für alles die Schuld gegeben hätte, hätten wir alle viel schneller gelernt und ich hätte mich nicht quälen brauchen. Die Schuld hat mir nicht geholfen, sie hat alles nur verzögert. Und heute sage ich immer den Menschen, mit denen ich rede, "wenn Schuldgefühle helfen würden, irgend etwas zu verbessern, dann mach dir Schuldgefühle ohne Ende! aber sie helfen nicht, gar nicht, und was nicht hilft, kann niiiemals Gottes Wille sein". ER hat uns die Schuld bestimmt nicht gegeben, denn sie setzt uns das Hirn zu. ER will genau das Gegenteil, ER will, dass wir lernen und verstehen.
Und jetzt sage ich dir mal, wie ich das Ganze verstanden habe:
Ich hätte ohne meinen jetzigen Mann noch immer nicht begriffen, dass ich selbst überhaupt kein Selbstwertgefühl hatte. Ich habe gedacht, ich hätte es, hatte ich aber in Wahrheit nicht. Dadurch, dass ich bei ihm immer auf Widerstand gestoßen bin, mußte ich mich selbst aufrichten, stark werden, und genau dasselbe hat meine Tochter (damals war sie 7 Jahre alt) gelernt. Sie ist heute mit 21 Jahren ein sehr starkes selbstbewußtes Mädchen. Sie hat ihr Abitur gemacht und beginnt jetzt ein Studium. Sie ist glücklich und weiß, was sie will.
Mein Sohn ist ein wunderbarer Junge. Er geht seinen eigenen Weg, und der ist anders, als ihn die meisten jungen Menschen gehen. Er paßt in kein Schema, aber auch er weiß, was er will.
Wäre ich in meiner Ehe geblieben, wer weiß, was dann aus ihm geworden wäre. Er mußte lernen, zu kämpfen, und dazu hat auch beigetragen, dass ich nicht mehr greifbar war.
Ich habe soviel Angst und Schuldgefühle gehabt, und alles war völlig überflüssig, weil genau den Weg, den wir alle gegangen sind, wollte Gott für uns. Das ist nicht der leichtere Weg gewesen, aber der richtige.
Soll ich dir was sagen, wir können machen, was wir wollen, wir können nie was machen, was Gott nicht will. Das ist mir heute erst richtig klar geworden. Und deshalb weiß ich auch, dass alles, was gelaufen ist, so gelaufen ist, weil Gott das so wollte, auch bei dir. Der Einzige, der die Verantwortung wirklich trägt, ist ER, und ER weiß genau, was er tut.
Wir denken manchmal, wir wüßten, was richtig ist für uns und unsere Lieben. Ne, glaub mir, das wissen wir überhaupt nicht.
Es ist nicht schlimm, dass du noch ein bißchen schwimmst in deinem Schuldgefühl. Aber wenn du keine Lust mehr hast, steig da wieder aus. Das lohnt sich sowieso nicht. Die ganzen Jahre, die ich mich herum gequält hat, kannst du dir ersparen. Es kommt so, wie es Gottes Wille ist und nichts anderes. Er trägt die Verantwortung für die Vergangenheit und die Zukunft, es reicht, wenn wir im Augenblick bleiben im Hier und Jetzt.
Und noch was, im Hier und Jetzt solltest du anwesend sein. Schuld und Angst halten dich aber gefangen. So kannst du deinen Kindern nicht helfen, weil du fest steckst. Ohne diesen Mist in deinem Kopf aber bist du frei, deinen Kindern die Liebe zu geben, die sie brauchen und auch die nötige Aufmerksamkeit. Und das ist alles, was wichtig ist. Und dann frage einfach bei allem, was du tust: "Fühle ich mich gut dabei?" Wenn nicht, bitte Gott, dir zu helfen, es zu ändern. Das ist alles.
Steh wieder auf, du strafst dich jetzt nur selbst. Aber es hilft nicht.
In Liebe dein Sonnenstrahl
danke für Deine lieben Worte.
Weißt Du, ich habe inzwischen alles versucht. Ich habe stille gehalten, habe gehofft, dass SEINE Versprechen in Erfüllung gehen, habe gelernt, dass ich geduldiger sein muss, dass nicht alles von heute auf morgen geschieht, aber jetzt bin ich an einem Punkt angekommen, da zerbricht alles. Ich habe das Gefühl, dass ich mir nur was vormache und ich will einfach nicht mehr, mir ist es inzwischen egal, was passiert, denn was ich tue ist umsonst.
Du wolltest wissen, um welche Probleme es geht? Kann ich Dir sagen, denn ich bin ja die Schuldige in diesem Theaterstück: Meine Kinder haben durch die Trennung ihren Vater verloren, ich bin finanziell ruiniert und meine Familie will mit mir nichts mehr zu tun haben.
Meine Frage ist jetzt: WARUM LEBE ICH NOCH????
Liebe Topi,
was du gerade durch machst, kann ich mehr als gut verstehen. Es ist dieses Ding mit der Schuld. Und ich kann dir sagen, dass ich das sehr sehr gut kenne. Ich will dir das erklären. Meine erste Ehe ist vor einigen Jahren geschieden worden, mein Sohn, der damals 16 Jahre alt war, blieb bei seinem Vater, meine Tochter kam mit zu mir. O. hat es für sich so entschieden, er wollte es so. Unsere Familie ist auseinander gebrochen, weil ich gegangen bin. Und ich weiß, dass meine beiden Kinder sehr darunter gelitten haben. Für alles das, habe ich mir die Schuld gegeben, und ich habe mich viele viele Jahre damit herum geplagt, habe mich selbst immer wieder aufgegeben und trotzdem gelitten wie ein Hund.
Ich war schon in meiner neuen Beziehung, und trotzdem ließ mich dieses Schuldgefühl nicht los. Immer wieder stand ich vor dieser Wand, wie du es ausgedrückt hat, immer wieder stand ich im Dunkeln und wußte gar nicht, warum es mir so schlecht geht. Für alles habe ich mich verantwortlich gemacht, für den Weg, den mein Sohn eingeschlagen hat, dafür, dass meine Tochter unter meinem neuen Mann gelitten hat, weil er sehr dominant war. Immer wieder habe ich mich gefragt, ob ich mich von ihm trennen muss, ob das meine Pflicht ist, meiner Tochter und auch meinem Sohn gegenüber, denn ihn bekam ich kaum noch zu Gesicht, und ich glaube, dass auch er mit meinem neuen Mann nicht ganz zurecht kam.
Und weißt du was, ich glaube, ich bin jetzt endlich da durch. Und ich habe eines fest gestellt, wenn ich mir nicht für alles die Schuld gegeben hätte, hätten wir alle viel schneller gelernt und ich hätte mich nicht quälen brauchen. Die Schuld hat mir nicht geholfen, sie hat alles nur verzögert. Und heute sage ich immer den Menschen, mit denen ich rede, "wenn Schuldgefühle helfen würden, irgend etwas zu verbessern, dann mach dir Schuldgefühle ohne Ende! aber sie helfen nicht, gar nicht, und was nicht hilft, kann niiiemals Gottes Wille sein". ER hat uns die Schuld bestimmt nicht gegeben, denn sie setzt uns das Hirn zu. ER will genau das Gegenteil, ER will, dass wir lernen und verstehen.
Und jetzt sage ich dir mal, wie ich das Ganze verstanden habe:
Ich hätte ohne meinen jetzigen Mann noch immer nicht begriffen, dass ich selbst überhaupt kein Selbstwertgefühl hatte. Ich habe gedacht, ich hätte es, hatte ich aber in Wahrheit nicht. Dadurch, dass ich bei ihm immer auf Widerstand gestoßen bin, mußte ich mich selbst aufrichten, stark werden, und genau dasselbe hat meine Tochter (damals war sie 7 Jahre alt) gelernt. Sie ist heute mit 21 Jahren ein sehr starkes selbstbewußtes Mädchen. Sie hat ihr Abitur gemacht und beginnt jetzt ein Studium. Sie ist glücklich und weiß, was sie will.
Mein Sohn ist ein wunderbarer Junge. Er geht seinen eigenen Weg, und der ist anders, als ihn die meisten jungen Menschen gehen. Er paßt in kein Schema, aber auch er weiß, was er will.
Wäre ich in meiner Ehe geblieben, wer weiß, was dann aus ihm geworden wäre. Er mußte lernen, zu kämpfen, und dazu hat auch beigetragen, dass ich nicht mehr greifbar war.
Ich habe soviel Angst und Schuldgefühle gehabt, und alles war völlig überflüssig, weil genau den Weg, den wir alle gegangen sind, wollte Gott für uns. Das ist nicht der leichtere Weg gewesen, aber der richtige.
Soll ich dir was sagen, wir können machen, was wir wollen, wir können nie was machen, was Gott nicht will. Das ist mir heute erst richtig klar geworden. Und deshalb weiß ich auch, dass alles, was gelaufen ist, so gelaufen ist, weil Gott das so wollte, auch bei dir. Der Einzige, der die Verantwortung wirklich trägt, ist ER, und ER weiß genau, was er tut.
Wir denken manchmal, wir wüßten, was richtig ist für uns und unsere Lieben. Ne, glaub mir, das wissen wir überhaupt nicht.
Es ist nicht schlimm, dass du noch ein bißchen schwimmst in deinem Schuldgefühl. Aber wenn du keine Lust mehr hast, steig da wieder aus. Das lohnt sich sowieso nicht. Die ganzen Jahre, die ich mich herum gequält hat, kannst du dir ersparen. Es kommt so, wie es Gottes Wille ist und nichts anderes. Er trägt die Verantwortung für die Vergangenheit und die Zukunft, es reicht, wenn wir im Augenblick bleiben im Hier und Jetzt.
Und noch was, im Hier und Jetzt solltest du anwesend sein. Schuld und Angst halten dich aber gefangen. So kannst du deinen Kindern nicht helfen, weil du fest steckst. Ohne diesen Mist in deinem Kopf aber bist du frei, deinen Kindern die Liebe zu geben, die sie brauchen und auch die nötige Aufmerksamkeit. Und das ist alles, was wichtig ist. Und dann frage einfach bei allem, was du tust: "Fühle ich mich gut dabei?" Wenn nicht, bitte Gott, dir zu helfen, es zu ändern. Das ist alles.
Steh wieder auf, du strafst dich jetzt nur selbst. Aber es hilft nicht.
In Liebe dein Sonnenstrahl