PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Sich öffnen


Sonnenstrahl
20.08.2005, 15:44
Ich glaube, ich muss einmal darüber sprechen, warum der Wunsch zu dieser Site in mir entstanden ist.

Persönliche Probleme haben mich vor vielen Jahren wieder zu Gott hin geführt, von dem ich heute weiß, dass ER immer mit mir und mit jedem Menschen verbunden ist, dass ER uns jederzeit unsere Sorgen und Nöte abnehmen und uns helfen will, unseren Frieden zu finden. Und Gott zeigt sich uns vor allem in unserem Gegenüber.

Als ich dieses Forum eröffnete, war ich der Ansicht, dass es viele Menschen gibt, die auch Probleme haben und die Lösungen dafür suchen. Ich stelle jetzt fest, dass niemand von den Menschen, die sich hier als Mitglieder angemeldet haben, sich wirklich öffnet und seine Probleme zur Diskussion stellt. Warum nicht? Denn das ist es, worum es hier geht.
Alle Menschen sind unser Spiegel, und nichts ist mir klarer als das, und deshalb ist es auch so wichtig, dass wir hin hören, was andere Menschen denken, fühlen und sagen, wie sie handeln und was uns an ihnen gefällt und was uns stört. Denn all das, sind Zeichen und Hinweise, die uns die Göttlichkeit gibt, damit wir uns selbst erkennen und verstehen lernen, dass wir alle eins sind.

Wir kommen nicht weiter, wenn wir mit unserer persönlichen Meinung, unseren Gefühlen und Gedanken hinter dem Berg halten. Der Austausch ist unsere einzige Chance für Erkenntnis und Erfüllung.

Gerade dadurch, dass wir so verschieden sind, ergänzen wir uns auch wieder. Es ist so, wie bei einer Torte, deren Stücke nicht alle gleich groß sind, die aber alle zusammen genommen die Torte ausmachen.

Ich wünsche mir sehr, dass wir mehr werden auf dieser Seite, und dass es viele Menschen geben wird, die bereit sind, sich zu öffnen und durch ihre Erfahrungen anderen zu helfen, denn wir helfen weder uns selbst noch anderen, wenn wir nur kommen, um zu sehen, was die anderen mit gebracht haben. Wenn jeder nämlich nur darauf wartet, gibt es niemanden, der auch etwas gibt. Und genauso ist es auch im Leben.
Wenn wir geben, bekommen wir auch, wir können aber nichts bekommen, wenn wir nicht selbst bereit sind, auch zu geben.

In diesem Sinne hoffe ich jetzt auf regen Austausch und dazu gehört es auch, eine andere Meinung zu haben, denn es geht niemals darum, Recht zu haben nur darum, Erkenntnis zu gewinnen.

In Liebe
euer Sonnenstrahl

Topi1610
20.08.2005, 19:13
Vielleicht sollten wir uns alle kurz vorstellen, damit wir uns ein wenig näher kennen lernen. Da es aber immer schön ist, etwas vorzuschlagen anstatt zu handeln, werde ich mich schon mal vorstellen:

Also, ich heiße Karin, bin 32 Jahre alt, Mutter von zwei wunderbaren Kindern, lebe in Scheidung und komme aus einem christlich strengen Elternhaus. Bei uns war es früher keine Frage, ob man in die Kirche wollte oder nicht, man musste. Ab der Konfirmation war Röcke tragen angesagt und vorehelicher Verkehr war eine Todsünde. So kam es, dass ich nicht gerade glücklich war über mein Leben und dies auch Spuren hinterließ (ich möchte dies jetzt noch nicht so ausführen). Mit 21 Jahren habe ich dann geheiratet, um zu Hause rauszukommen, da eine eigene Wohnung nicht möglich gewesen wäre.

Mir ging die Sache zu Hause tierisch auf die Nerven. Dann kam der Tag meiner Hochzeit, er war sehr schön, jedoch eine der bittersten Pillen durfte ich zwei Tage danach schlucken: Mein Vater starb! Ich wollte von Gott nichts mehr wissen, da ich IHN dafür verantwortlich gemacht habe. Ich entfernte mich immer mehr von IHM und er ließ mich laufen. Mein Leben war ein ständiges Auf und Ab, aber wirklich glücklich war ich nie.

Die Familie entzweite sich (ich habe noch zwei Schwestern) und heute findet man nicht mehr zueinander. Meine Ehe ging den Bach runter und auch die zwei Kinder konnten nichts mehr daran ändern. Seelische und körperliche Probleme zwangen mich zu Boden. Da tauchte wie aus dem Nichts SEINE Hand auf, und zwar in Gestalt von Maja. Sie war da als ich am Ende war und hat mich Schritt für Schritt IHM näher gebracht.

Es hört sich alles einfach und schnell an, aber Ihr könnt' es mir glauben, es war alles andere als einfach. Hätte ER nicht seine schützenden Hände über mich gehalten ich wäre heute nicht mehr, ich weiß es ganz genau.

Mittlerweile kann ich sagen: Ich bin glücklich. Meinen Lebensweg gehe ich nicht mehr alleine, ER ist immer an meiner Seite und auch wenn ich IHN mal nicht sehe. Ich habe inzwischen einen neuen Partner, der mich liebt und mir immer wieder zeigt, was wirklich im Leben zählt. Ich bin so froh und dankbar, dass Gott mir ihn gegeben hat, denn durch ihn habe ich mein Glück doch noch gefunden.

Ich wünsche, dass es vielen Menschen noch so geht, dass auch sie den wirklichen Sinn des Lebens finden. Es ist schön gegen den Strom zu schwimmen, auch wenn oft hohe Wellen kommen, aber danach geht man gestärkt daraus hervor. :D

Sonnenstrahl
20.08.2005, 19:41
Das ist eine gute Idee mit dem Vorstellen. Und ich will mich gleich mal anschließen:
Ich bin 54 Jahre alt, habe zwei Kinder im Alter von 29 und fast 21 Jahren, ein Junge und ein Mädchen. Deine Geschichte, Topi, könnte fast meine sein, du müsstest nur noch ein paar Jährchen dran hängen, die ich schon länger hier herum laufe.
Also, ich bin ebenfalls in einer strenggläubigen Katholikenfamilie aufgewachsen. Und da wurde mir soviel Unsinn erzählt, dass es mir irgendwann einfach zu viel geworden ist. Ich wußte nicht mehr, woran ich eigentlich glauben sollte und bin aus der Kirche ausgetreten. Doch in mir ist irgendwie immer das Gefühl geblieben, dass es da doch was geben muss und dass Gott existiert nur nicht so, wie ich es gelernt hatte.
Ich bekam damals sogar das Verbot, zur Konfirmation meiner evanglischen Cousine mit in die Kirche zu gehen. Das wurde mir als Todsünde verkauft.
Naja, er wußte es nicht besser Aber ich wollte es eben genau wissen, und deshalb habe ich mich auf die Suche gemacht.

Ich bin auch mit 20 Jahren meine erste Ehe eingegangen, die über 20 Jahre gehalten hat. Dann wurde ich geschieden. Ich hatte noch eine zweite Tochter, die ich mit 3 Monaten wieder verlor. Ihr Leben und ihr Tod haben mich viel gelehrt.

Nun bin ich ein zweites Mal verheiratet. Mein Mann und ich haben in den letzten 13 Jahren eine Menge zusammen durchstehen müssen, und das hat mir dazu verholfen, zu wachsen, denn er war wie eine Barrikade, vor die ich immer gelaufen bin solange, bis ich den richtigen Weg gefunden hatte.
Sophie lebt noch bei uns. Sie wird jetzt studieren. Mein Sohnemann schaut auch ab und zu ins Forum, was so los ist, aber er hat sich noch nicht zu Wort gemeldet. Ich hoffe, dass das noch kommt. Er ist auch einer der Menschen, durch den ich am meisten im Leben lernen durfte, weil er mir den größten Widerstand geboten hat.

Im Laufe der Jahre meiner Suche habe ich viel gelernt, und ich habe es mir zur Gewohnheit gemacht alles, was ich las und hörte, zu überprüfen. Inzwischen habe ich eine völlig neue Sicht bekommen von dem, was wir Gott nennen. Ich kann das alles gar nicht hier aufschreiben. Jedenfalls weiß ich, dass ER mit uns eins ist, so wie du, Topi, bezw. Karin und alle anderen auch eins mit uns sind. Und das kann ich auch fühlen.
Und ich weiß vor allem, dass jedes Problem, das wir haben, nur dazu da ist, uns ihm noch ein Stück näher zu bringen, denn im Lösen unsere Probleme hält ER unsere Hand. Wir müssen sie nur nehmen.

Gott handelt nicht von sich aus als Geist oder als ein Wesen, dass da oben im Himmel sitzt und aufpasst, was wir hier so machen. ER handelt durch uns, und deshalb können wir IHN in jedem anderen Menschen finden, wenn wir wollen. Deshalb ist es so wichtig, dass wir genau hin schauen, was der andere uns zu sagen hat, auch wenn er nichts sagt. Er bringt immer ein Geschenk mit, auch wenn es manchmal nicht gerade schön verpackt ist. Ich bin bereit, jedes Geschenk anzunehmen und aufzumachen. Von dem was drin ist, kann ich nur profitieren. Das ist das Schöne.

Ach übrigens, die Angst, die ich früher mal vor Gott hatte, die habe ich nicht mehr, denn ich habe fest gestellt, dass ER mich so nimmt, wie ich bin, und genauso will er mich auch haben.

in Liebe Sonnenstrahl

Maja
21.08.2005, 16:16
Ich denke dass ich mich jetzt auch einmal vorstellen werde.

Ich bin mit einer der ältesten hier im Forum, 65 jahre alt, habe eine Tochter die in Amerika lebt, eine Enkeltochter und eine Urenkelin.
Ich bin im Krieg geboren und meine Kindheit wurde durch den Krieg geprägt. Durch Schicksalsschläge habe ich mit ungefähr 40 Jahren zu Gott gefunden. Wie könnte es auch anders sein, erst wenn man in Not ist, bittet man IHN um Hilfe. :cry:
Wir haben zur damaligen Zeit eine Selbsthilfegruppe gegründet, die bis heute Bestand hat. Wir haben viel zusammen ausprobiert, bis wir endlich entdeckt haben, dass es nur einen Weg gibt, nämlich den mit Gott zu gehen. :)
Ich wünsche mir, dass wir eine große Gemeinde werden und uns gegenseitig liebevoll unterstützen.
Aus meiner jetzigen Erfahrung kann ich sagen, dass ER oft durch uns spricht. Darum ist jeder Austausch wichtig.!!!
In Liebe, Maja