2005
Wer oder was bist du?
0

Es gibt etwas, was du glaubst, dass du bist, aber was du wirklich bist, ist etwas, was du nicht glaubst.
Du glaubst, du bist ein Mensch hier auf dieser Erde, geboren, um eine Weile zu leben und dann zu sterben. Und während du hier lebst, gehst du durch Freud und Leid. Und je nachdem, wie es gerade so kommt, erlebst du mal mehr Freude und mal mehr Leid. „Reiner Zufall“, sagst du. Oder „Gott gibt’s und Gott nimmt’s“, nach Lust und Laune vielleicht oder als Lob und Tadel, vielleicht sogar als Belohnung und Bestrafung, je nachdem, was du gelernt hast und was dir andere gesagt oder mit auf deinen Lebensweg gegeben haben, als du ihn begonnen hast.
ICH sage dir, du bist viel mehr als das, du bist so unendlich viel mehr, dass es dir als Blasphemie erschiene, wenn du es wüsstest, und du wärest vielleicht gar nicht bereit, dieses Wissen anzunehmen. Deshalb will ICH dich zuerst dahin führen, selbst zu erkennen, wer oder was du bist, denn du und ICH sind eines.
Auch das kannst du nicht glauben, denkst vielleicht, wer erzählt mir da so etwas. Soll ich das glauben, oder nicht?
ICH verlange von dir nicht, dass du das glaubst, ICH verlange gar nichts von dir. ICH gebe dir nur eines zu bedenken: Stelle dir die Frage, was dir dein Leben bisher eingebracht hat. Warst du nicht immer auf der Suche und bist es immer noch? Du suchst erst dies, sehnst dich nach jenem und danach läufst du wieder einem anderen Ziel hinterher, aber niemals, ICH sage dir, niemals wirst du wirklich ankommen, wenn du nicht begreifst, dass du einem Phantom nachläufst.
„ Wie kommt er oder sie dazu, mir so etwas zu prophezeien?“ wirst du fragen. Und ICH sage dir, schau hin! Ist es nicht so, dass nach jedem Wunsch ein zweiter und dritter, nach jedem erreichten Ziel sich gleich das Nächste auftut? Ist es nicht so, dass der Mensch immerzu ruhelos und rastlos ist? Ist es nicht sogar so, dass du es nicht einmal einige Minuten aushältst, nichts zu tun, einfach so, ohne etwas zu wollen.
Du kannst deine Gedanken nicht anhalten, deine Wünsche nicht stoppen, aber ICH sage dir nicht, dass das nicht in Ordnung ist. ICH sage dir nur, dass du niemals ans Ziel kommen wirst auf diesem Weg, denn du bist nicht der Mensch, der geboren wird, um zu sterben. Du bist viel mehr.
Du schaust in den Spiegel und denkst, dass du dich da siehst. Was du aber siehst, ist ein Körper, den du deinen Körper nennst. Allein schon die Tatsache, dass du nicht sagst „ich bin dieser Körper“, sondern „das ist mein Körper“, zeigt, dass du das gar nicht sein kannst, sondern dass der Körper nur etwas ist, was du hast, was dir gegeben wurde, was dir hier auf dieser Erde zur Verfügung steht, um dieses Leben zu Leben und die dir gestellten Aufgaben zu erfüllen.
Du aber verwechselst dich mit diesem Körper, weil du vergessen hast, wer du wirklich bist. Vielleicht hast du dir auch noch nie Gedanken darüber gemacht, sondern diesen Körper ganz selbstverständlich als dich Selbst betrachtet.
Aber ICH sage dir: Du bist nicht dein Körper! Glaube das und du bist frei! Denn alles, was du in dem Bewusstsein tust, ein lebendiger Körper auf dieser Erde zu sein, ist es, was dich fest an ihn und diese Welt von Gut und Böse bindet, auf Gedeih und Verderb ihm ausgeliefert. Alles in deinem Leben machst du von ihm abhängig. Du schreibst ihm dein Lachen und dein Weinen zu, deine Freude und deinen Schmerz. Und du bist glücklich, wenn du andere Körper um dich hast, und traurig, wenn sie gehen.
Manchmal bist du aber auch wütend auf einen dieser anderen Körper, oder du empfindest sogar Hass und starke Ablehnung gegen ihn, je nachdem, wie er mit dir umgeht, oder was er dir sagt oder tut.
Du nennst es Liebe, wenn der andere zärtlich zu dir ist, und Hass, wenn er dir Dinge sagt oder antut, die dir nicht gefallen. Und du bist sogar in der Lage, einen andern Körper zu töten, wenn er oder was er tut, dir nur stark genug missfällt, weil du glaubst, damit dein Problem beseitigt zu haben, eure Probleme.
Wenn du doch nur verstehen würdest, dass der Körper niemals ein Problem darstellt und nie dargestellt hat, sondern dass ihr es seid, die sich und anderen die Probleme bereiten.
„Wer bin denn ich, Wer ist denn wir,“ fragst du, „wenn wir nicht diese Körper sind?“
Und ICH sage dir, setze dich an einen stillen Ort. Schließe deine Augen, lasse all deine Gedanken los und sage dir leise „ICH BIN“ und noch einmal „ICH BIN“ und wieder und wieder, bis du ein Echo hörst, das dir Antwort gibt und du erkennst, dass du nicht dein Körper bist. Dann hast du den ersten Schritt hin zu dir selbst gemacht und hin zu MIR, denn wir sind eines. Wenn du so die Stimme in dir geweckt hast, die dir von nun an Begleiter sein soll, dann wirst du lernen, zu erkennen, was du nicht bist. Du bist kein Körper, geboren, um zu leben und zu sterben. Du bist unendlich und ewig in MIR. Und dann kannst du beginnen, die Macht, die ICH dir gab, wieder zu gebrauchen, ganz langsam und behutsam zuerst und dann mehr und mehr. Und du kannst einen Virus in die Welt setzen, einen Erlösungsvirus, denn MEINE LIEBE ist ansteckend, und sie ist heilsam. Dann bewegst du dich auf dein wirkliches Glück zu, dein wirkliches Ziel, das du schon immer hattest, aber das du nicht erkannt hast, das Ziel, wieder ganz mit MIR vereint zu sein.
